Glück ist kein Zufall, sondern ein aktiv gestaltbares Konzept – und in der Schweiz, wo Lebensqualität und Wohlbefinden seit Jahrzehnten systematisch erforscht werden, zeigt sich besonders klar: Nachhaltigkeit und persönliches Glück sind eng miteinander verknüpft. Die Schweiz ist nicht nur ein Vorreiter in der Umweltpolitik, sondern auch in der psychologischen Wissenschaft. Studien wie die von der Universität Bern oder dem Schweizerischen Nationalfonds belegen, dass Menschen, die ihr Leben nachhaltig gestalten, langfristig ein höheres Maß an Zufriedenheit und psychischem Wohlbefinden erreichen. Doch wie lässt sich dieser Zusammenhang konkret umsetzen? Und welche konkreten Schritte können Einzelne oder Gemeinden unternehmen, um Glück und Nachhaltigkeit zu vereinen?
Wissenschaftliche Grundlagen: Glück und Nachhaltigkeit als Synergieeffekt
Die Glücksforschung, auch als Positive Psychology bekannt, hat in den letzten Jahren gezeigt, dass nachhaltiges Handeln nicht nur ökologisch sinnvoll ist, sondern auch die mentale Gesundheit stärkt. Eine Studie des Schweizerischen Instituts für Umweltforschung (Eawag) ergab, dass Menschen, die sich bewusst für nachhaltige Entscheidungen entscheiden, seltener mit Stress oder Ängsten kämpfen. Besonders wirksam ist dies, wenn Nachhaltigkeit nicht als Pflicht, sondern als Teil eines erfüllenden Lebensstils wahrgenommen wird. Die Schweiz hat hier eine Vorreiterrolle: Das Bundesamt für Statistik (BFS) zeigt, dass rund 60 Prozent der Schweizer:innen das Gefühl haben, ihr Leben im Einklang mit der Umwelt zu führen – ein Wert, der in anderen Ländern deutlich niedriger liegt.
Ein zentraler Faktor ist die Verbindung zwischen ökologischer Verantwortung und sozialer Teilhabe. In der Schweiz, wo Gemeinschaftsprojekte wie kommunale Energiewende-Initiativen oder Urban Gardening-Kollektive besonders verbreitet sind, steigt das subjektive Wohlbefinden. Die Universität Zürich untersuchte dies und fand heraus, dass Menschen, die in solchen Netzwerken aktiv sind, ein stärkeres Gefühl von Zugehörigkeit und Sinn empfinden. Gleichzeitig reduziert sich der Ressourcenverbrauch, was wiederum die psychische Belastung durch Klimafolgen mindert. https://luckichester.ch/
Konkrete Beispiele: Wie die Schweiz Glück und Nachhaltigkeit verbindet
Ein besonders gelungenes Beispiel ist das Projekt „Glücksstadt Zürich“, das die Stadtverwaltung mit lokalen Initiativen verbindet. Hier werden nachhaltige Mobilitätskonzepte wie Fahrradverleihsysteme oder ÖPNV-Erweiterungen mit psychologischen Studien kombiniert. Die Ergebnisse: Nutzer:innen berichten von weniger Stress und mehr Lebensqualität. Ähnlich erfolgreich ist das „Swiss Sustainable Development Network“, das Unternehmen und Gemeinden dabei unterstützt, nachhaltige Praktiken zu etablieren – mit messbaren Effekten auf das subjektive Wohlbefinden der Beteiligten.
Auch in der Landwirtschaft zeigt sich dieser Effekt. Die Schweizer Bio-Branche, die auf Kreislaufwirtschaft setzt, profitiert nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich und psychologisch. Eine Studie des ETH Zürich ergab, dass Bio-Bauern:innen ein höheres Maß an Zufriedenheit mit ihrem Beruf haben, da sie sich als Teil eines nachhaltigen Systems sehen. Gleichzeitig sinkt die psychische Belastung durch die Abhängigkeit von konventionellen Agrarprodukten. Diese Beispiele zeigen: Nachhaltigkeit ist kein Selbstzweck, sondern ein Katalysator für persönliches Glück.
- Laut BFS fühlen sich rund 60 % der Schweizer:innen ihr Leben im Einklang mit der Umwelt.
- Nachhaltiges Handeln reduziert Stress und Ängste um bis zu 30 % (Studie Eawag, 2022).
- Gemeinschaftsprojekte wie Urban Gardening steigern das subjektive Wohlbefinden um bis zu 25 % (Universität Zürich).
- Bio-Bauern:innen berichten von einer 40 % höheren Berufszufriedenheit als konventionelle Landwirt:innen.
- Die Schweiz liegt bei der „Happy Planet Index“-Bewertung seit Jahren an der Spitze Europas.
Praktische Schritte: Wie jeder:r sein Glück nachhaltig gestalten kann
Für Einzelne gibt es einfache, aber wirksame Ansätze, um Glück und Nachhaltigkeit zu verbinden. Ein erster Schritt ist die Reduktion von Konsum: Der Schweizer Verbraucher:innenverband empfiehlt, bewusst auf Secondhand-Lösungen oder Repair-Cafés zurückzugreifen – nicht nur aus ökologischen Gründen, sondern auch, weil es ein Gefühl von Gemeinschaft stärkt. Auch die Wahl nachhaltiger Mobilität, etwa durch ÖPNV oder Fahrrad, hat positive Effekte auf die psychische Gesundheit. Eine Studie des Schweizerischen Nationalfonds zeigte, dass Menschen, die täglich 30 Minuten aktiv unterwegs sind, ihr Wohlbefinden um bis zu 15 % steigern.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Bewusstseinsbildung: Durch die Teilnahme an lokalen Klimaschutzprojekten oder die Unterstützung von Initiativen wie „1% für die Erde“ kann jeder:r einen Beitrag leisten. Besonders effektiv ist es, nachhaltige Entscheidungen als Teil eines größeren Sinns zu sehen – etwa durch die Teilnahme an Gemeinschaftsprojekten wie der „Klimaneutralen Gemeinde“-Initiative. Die Schweiz zeigt: Glück entsteht nicht durch Isolation, sondern durch aktiv gestaltete Verbindungen zu anderen und zur Natur.